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Grüne gegen Gemüse – Ein Plädoyer für ein neues Grünen-Kernthema

17. Juni 2011

Die EHEC-Epidemie ist Deutschlands eigenes Fukushima, der Gemüse-GAU. Dagegen hilft nur, Gemüse abzuschaffen.

Es scheint, als sei der Auslöser der EHEC-Epidemie gefunden. Nach wochenlanger Suche und mehrfach ausgesprochenen Warnungen gegen frisches Gemüse und Sprossen, nach voreiligen Beschuldigungen gegen Spanien und eine verschwendete Ernte-Saison, einem Importverbot Russlands und einer Ausladung einer Schultheatergruppe von Seiten Budapests, gilt nun der Sprossen-Verdacht als erhärtet. Kleine, harmlose Sprossen. Unfertige Lebensmittel. Unterentwickelte Pflanzen. Sie haben Krankheit und Tod nach Deutschland gebracht.

Die Bilder, die EHEC mit sich gebracht hat, von zerstörten Lebensmitteln, scharfen Grenzkontrollen, von Beamten in Schutzanzügen und einer unsicheren Bevölkerung, erinnern etwas an die Bilder, die Fukushima nach sich gezogen hat und teilweise immer noch nach sich zieht. Während aber Fukushima mindestens in Deutschland und der Schweiz zu signifikanten Einschnitten und Veränderungen geführt hat – Stichwort: Ausstieg aus dem Ausstieg aus dem Ausstieg – wartet man in Sachen Lebensmittelsicherheit vergebens auf Konsequenzen.

Schon vor dem Atomunfall gab es eine große Lobby gegen Atomkraftwerke. Die Grünen sind aus der Protestbewegung der 1980er Jahre gegen Atomenergie und Aufrüstung entstanden und haben sich mit dem Programm bis in die Regierung gearbeitet. Mittlerweile sind sie endgültig in der Mitte der Gesellschaft – s. Baden-Württemberg – angekommen. Auf einem Höhepunkt ihrer Parteigeschichte wird gleichzeitig die Atomkraft verabschiedet und damit auch ihre Existenzgrundlage. Wohin also mit den Grünen? Was wollen sie noch?

Möglich und in Sachen Bürgerschutz sinnvoll wäre, da jetzt die Strahlengefahr immer mehr gebannt ist, die Bürger vor Frischwaren zu schützen. Lebensmittel wie Eier (Dioxin), Gurken, Tomaten, Salat, Sprossen (EHEC) und Fleisch (Creutzfeld-Jakob, Gammelfleisch) werden zunehmend gefährlich. In einer Welt, die immer mehr Menschen beherbergt, werden natürlich wachsende Lebensmittel immer rarer. Die Lebensmittelindustrie ist groß und mächtig und vermutlich ebenso skrupellos und einflussreich wie die Atomlobby es bis vor kurzem immerhin gewesen ist. Von was sind wir denn sonst so abhängig, wie von Nahrungsmitteln?

Es gibt zwei Möglichkeiten: 1: Wir bauen wieder vermehrt im eigenen Garten an, wahlweise im Stadtpark, oder auf ausgewiesenen Äckern. Gleichzeitig, aber auch generell könnte 2. in Kraft treten: Wir müssen wieder mehr Konserven- und TK-Waren kaufen und verzehren. Meist schneiden diese in Tests besser ab als Frischwaren. Paradox: Aber die böse Industrie ist die, die eher nach Natur aussieht. Und die Natur an sich hat sich bisher selten als gnädig dargestellt.

Frischwaren (zumal aus Großproduktionen) gehören abgeschafft, den Bürgern vorenthalten. Die Grünen könnten und sollten sich jetzt der Tiefkühlkost als Frischwarenersatz annehmen. Bevor Schlimmeres passiert. Und um mit guten Beispiel voran zu gehen – die CDU macht es vor, in Sachen AKWs. Auch die Grünen brauchen ganz dringend wieder ein Vorzeigeprojekt und eine Triebfeder. Ein umsetzbares Kernthema, nah am Bürger. Ohne dem – siehe vor allem FDP – geht es nicht.


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