Mit ‘Harald Schmidt’ getaggte Beiträge

Paarungsverhalten 2

26. September 2009

Vorige Woche hat Harald Schmidt seine neue, alte Late Night Show wieder gestartet. Es gab Lob und Kritik von Seiten der Tages- und Wochenpresse, Gelächter und anerkennendes Nicken von Seiten Eike Buuuschs. Schmidts Gast in der ersten Folge war Wolfgang Grupp, Chef von Trigema. Tut aber nichts zur Sache. Interessant ist vielmehr, dass der gute Mann sich wie folgt über seine Vorstellung von Beziehung geäußert hat: Egal wie alt er sei, seine Frau müsse immer 20 sein.

Ich denke nicht, dass er damit meint, dass seine Frau unsterblich sein sollte und er dieser einen Frau aus dem Stamm der Highlander, oder wahlweise aus dem Volk der Lykaner, bis an sein Lebensende verpflichtet sein wollen würde. Vielmehr interessiert den Herrn die immer wieder neu angelachte 20-jährige, als Ersatz für die vielleicht 25-jährige, auch wenn diese der Model- oder Porno-Industrie immer noch traumhafte Dienste erweisen könnte. Ihm aber nicht mehr. Der feine Herr…

Dies ist aber in der Männerwelt nicht ungewöhnlich. Junge Frauen sind an sich ja immer sehr beliebt, optisch jedenfalls, und somit sexuell. Valéry Giscard d’Estaing, ein früherer Französischer Präsident, geb. 1926, hat soeben ein Buch veröffentlicht, dass angeblich Andeutungen auf eine Affäre mit Lady Di beinhaltet. Lady Di, geb. 1961, gest. 1996, war also 35 Jahre jünger als VGE. Als sie starb, war er 70 und sie 35. Keine 20 mehr, aber doch, am spätmöglichsten Zeitpunkt für eine –mittlerweile dementierte – Affäre, kein unbeachtlicher – ich sag mal – Erfolg. Und sollte er sich nicht damit rühmen können, scheint immerhin klar, wovon der Präsident a.D. träumt, der alte Schwerenöter.

Möglicherweise ist dies aber kein per se männliches „Problem“. Es kann ja auch sein, dass es sich um ein rein machtbezogenes Phänomen handelt, von Seiten der mächtigen Männer oder aber der machtgeilen Frauen. Chef von Trigema respektive Frankreich zu sein, macht einen zu einem mächtigen Mann, stdm. Frau an der Seite eines mächtigen und/oder reichen Mannes zu sein, lässt einen an all den Vorzügen eines solchen Lebens wie selbstverständlich teilhaben. Der Reiz ist offensichtlich. Für beide Seiten.

Dass Männer auf junge Frauen stehen soll ja evolutionäre Gründe haben: Jugend und Gesundheit implizieren Fruchtbarkeit und eine größtmögliche Zeitspanne um Kinder aufzuziehen und weitere zu gebären. Macht und Kohle sind dagegen eher unnötiges Beiwerk, ab einem gewissen Punkt, und lassen eher auf archaische Herdenstrukturen, als auf moderne Gesellschaften schließen. Die Frauen suchen sich Alpha-Tiere, Führungspersonal. Die Männer sind hier die Opfer. Auch wenn sie, als Alpha-Tiere, das natürlich nicht zugeben können und wollen. Deswegen reden sie wie Herr Grupp. Monsieur d’Estaing hat seine Phantasien niedergeschrieben. Ausgelebt hat die ihren aber eher Lady Di. Sie hat einen Prinzen geheiratet, King-to-be, Alpha-Tier. Als sich diese Annahme dann nicht bestätigt hat, war sie weg. Bei einem Millionär(-ssohn), Unternehmer, Filmproduzenten. Einem Alpha-Tier. Die feine Dame… wie berechenbar.


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